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Deutzer Werft

Vom Wohnviertel zum Veranstaltungsort

Heute kennt man in Köln die Deutzer Werft als Veranstaltungsfläche. Hier finden Demonstrationen oder die Deutzer Kirmes statt, skaten junge Menschen oder liegen auf den Wiesen. Doch noch zu Beginn des 19. Jahrhunderts war die Fläche dicht besiedelt.

Erst durch den Beschluss der Preußen, Köln und Deutz als Festungsstadt auszubauen, wurde eine militärische Freifläche notwendig. Das Deutzer Wohnviertel am Rhein musste zwischen 1818 und 1824 dem Bau einer sogenannten Kehlmauer der Deutzer Umwallung weichen.

(Als Kehl- oder Gorgemauer werden die Mauern auf der Rückseite (hier: Rheinseite) eines Festungswerkes bezeichnet. Reste dieser Mauer erkennt man noch heute anhand der schwarzen Basalte und der noch erhaltenen Schießscharten).

Im Jahr 1822 wurde der Winterhafen der Schiffbrücke an die Werft verlegt. Die preußische Festungskommandantur protestierte aus „fortificatorischer Hinsicht“ scharf dagegen. Vergebens.

Erst Eisenbahnjammer, dann ‚Leinen los‘

Für die Deutzer kam es 1885 noch schlimmer: Im Zuge der Verlängerung der Bahnstrecke der Bergisch-Märkischen Eisenbahn Richtung Süden wurde an dieser Stelle ein weiterer Bahndamm errichtet, der den Blick auf den Rhein und Köln versperrte: der Deutzer Eisenbahnjammer (mehr unter Bahnhof-Schiffbrücke).

Im Zuge des Hafenbaus von 1904 bis 1908 wurde das Gelände zwar erneut umgestaltet, allerdings nicht zu einer Werft, wie der Name vermuten lassen könnte. An dieser Stelle befand sich nämlich keine Werftanlage zum Bau oder zur Reparatur von Schiffen. Die Deutzer Werft diente vielmehr als Anlegestelle und Umschlagplatz für Binnenschiffe. Die heute auf der Werft erhaltenen Gleise waren Teil der Hafenbahn. Sie dienten dazu, Güter direkt auf die Schiene umzuladen.

Daten und Fakten

Kirmes, Sommermärchen, Demos, Bierchen

Nach dem Rückzug der Schwerindustrie entwickelte sich die Fläche ab circa 1980 zu einem Veranstaltungsort. Die Deutzer Kirmes findet seit 1997 – seit dem Bau der Lanxess Arena – zweimal jährlich auf dem Gelände statt. Beim Sommermärchen zur Fußball-WM 2006 war die Fläche ein äußerst beliebter Public-Viewing-Ort. Mehrmals jährlich ziehen Tausende Menschen hierher, um zu demonstrieren, sei es gegen den Klimawandel und Rechtsradikalismus oder für die Rechte der Kurden und anderer Bevölkerungsgruppen.
Seit der Erweiterung um Sportflächen für Basketball und ein Outdoor-Fitnessstudio ist die Deutzer Werft an den übrigen Tagen ein beliebter Treffpunkt für Jung und Alt zum Sporttreiben, Erholen und Feiern.

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