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Brücken in Deutz

Barbaren, Burgenromantik, Brückengrün

Über fünf Brücken musst du gehen – um von Deutz ins linksrheinische Köln zu gelangen: Zoobrücke, Hohenzollernbrücke, Deutzer Brücke, Severinsbrücke und Südbrücke. Sie erzählen von Wachstum, Zerstörung und Innovation. Ob prachtvolle Eisenkonstruktion, erste Schrägseilbrücke Deutschlands oder Wohnort einer Muse – jede Brücke hat ihre eigene Geschichte und macht den Rhein zur Lebensader der Stadt. 

Hier erfährst du einiges über die Geschichte der Brücken. Für einzelne Brücken haben wir extra Seiten gemacht – denn es gibt viel zu erzählen.

Direkt zu den einzelnen Brücken

 

Römer, Preußen und die Moderne – die Geschichte der Brücken

Kaum vorzustellen: Über 900 Jahre lang gab es keine feste Verbindung zwischen den beiden Flussufern – von 960 bis 1822 nach Christus. 

Die erste befestigte Brücke bauten die Römer im Jahr 310 n. Chr. Sie war der Grund für die Gründung von „Deutz”. Das Kastell bewachte den Brückenkopf und damit die Grenze ins „Barbarenland“. Sie wurde um 960 abgerissen.

Danach erfolgte der Transport von Menschen und Gütern ausschließlich mit Fähren oder „fliegenden Brücken“, den sogenannten Gierponten. Erst 1822 konnten die Kölner und Deutzer Bürger dank der Deutzer Schiffbrücke, einem Projekt der Preußen, wieder zu Fuß den Rhein überqueren. Die ursprünglich als Provisorium gedachte Pontonbrücke diente der Bevölkerung über Generationen hinweg und schrieb Geschichte. Nach knapp 100 Jahren wurde sie im Jahr 1915 durch eine Hängebrücke ersetzt. 

Burgenromantik am Rhein

Die direkte Vorgängerin der heutigen Hohenzollernbrücke war die im Jahr 1855 erbaute  Dombrücke, die sowohl dem Bahn- als auch dem Straßenverkehr diente. Sie  spiegelte den damaligen Innovationsgeist und die aufkommende technische und industrielle  Leistungsfähigkeit wider. Bei ihrer Gestaltung orientierten sich die Brückenbauer  an der damals populären Burgenromantik. Dies zeigt sich in den eindrucksvollen  Portalen und Türmen an den Brückenköpfen. Aufgrund ihrer käfigartigen  Konstruktion und der Möglichkeit, sie mit schweren Eisentoren zu verschließen,  erhielt die Brücke von den Kölnern den Spitznamen „Muusfall“ (Mausefalle). 

Beim Lommi am Stammtisch über die „Muusfall“


Als klene Fetz han isch zu minger Oma jesaat: Oma, wie hück de Zoch över de Muusfall
drüvver jedonnert es, han ming Knee jewaggelt. Do hät de Oma jesaat: Dat es de Kölsche
Symphonie, ming Jung. Wenn de Bröck singt, dann weiß de, dat et Levve noch jeit.

Kölner Brückengrün

Bei genauerer Betrachtung fällt auf: Fast alle Kölner Brücken sind irgendwie „grün“ gestrichen. Zumindest die Brücken, die von der Stadt unterhalten werden. Dieses Grün wurde auf ausdrücklichen Wunsch von Konrad Adenauer ausgewählt und wird daher auch „Adenauer-Grün“ genannt. Der damalige Kölner Oberbürgermeister wollte für die im Jahr 1929 eingeweihte Mülheimer Brücke eine Patinafarbe, die an die Kupferfarben von Kirchen erinnern sollte. Die Bayer-Werke entwickelten das als besonders lichtbeständig und we􀄴erfest geltende Grün und kamen damit Adenauers Wunsch nach. Versuche, die Kölner Brücken in einer anderen Farbe zu streichen, lehnte der zuständige Ausschuss der Stadt ab, um das „harmonische Gesamtbild der Stadt“ zu wahren. 

Musikalische Hommage der 'Bläck Fööss"


Isch ben en kölsche Bröck,
Övver die half Kölle jöck.
Isch hald´ minge Puckel hin
Für üch he am Rhing.

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