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Eduardus-Krankenhaus

‚Orthopädische Anstalt‘ mit Hollywood-Erfahrung

Wer geht schon freiwillig ins Krankenhaus? Das machen die wenigsten Menschen gerne. Ein Abstecher zum Eduardus-Krankenhaus lohnt sich jedoch – und das nicht nur aus medizinischer Sicht. Seit 1926 setzt der rote Backsteinbau eine städtebauliche Landmarke jenseits des Gotenrings im sogenannten Germanen-Viertel.

100 Jahre im Dienst der Gesundheit

Vor 100 Jahren, im Jahr 1926, wurde das Krankenhaus eingeweiht. Den Grundstein dafür legten die Architekten Custodis, die das Grundstück für den Bau einer „chirurgisch-orthopädischen Anstalt” stifteten und anschließend das rote Backsteingebäude mit gelben Natursteinverzierungen errichteten. Nicht von ungefähr liegt das Krankenhaus also an der Custodisstraße.
Die Idee für ein Krankenhaus in Deutz entstand allerdings schon früher. Bereits 1909 plante der Gründer der Josefs-Gesellschaft, Pfarrer Heinrich Sommer, den Bau einer Deutzer Klinik. (Die Josefs-Gesellschaft hat noch heute ihren Sitz in der Custodisstraße.)
Im und nach dem Krieg erlangte das ‚Eduardus‘ schnell überregionale Bedeutung. Da fast alle Krankenhäuser der Gegend zerstört waren, wurden ab 1944 alle Unfall- und Kriegsverletzten aus dem Kölner Raum hierhin gebracht. Nach 1945 baute das Krankenhaus seine Chirurgie und Orthopädie kontinuierlich aus und erweiterte das Therapieangebot.

Daten und Fakten

55 Stufen in San Francisco

Was haben viele Deutzer mit Helena Bonham Carter (u. a. Bellatrix Lestrange in den „Harry-Potter“-Filmen) und Hilary Swank (zweifache Oscar-Gewinnerin für „Boys Don’t Cry“ und „Million Dollar Baby“) gemeinsam? Sie alle schritten über die stilvolle Fußgängertreppe, die zu dem erhöhten Haupteingang des Krankenhauses führt. 2017 nutzte der dänische Regisseur Bille August das Treppenhaus und das eindrucksvolle Portal des Krankenhauses für eine wichtige Szene in dem Film „Eleanor & Colette“ (Originaltitel: „55 Steps“). Damit es in die Handlung passte, wurde das Krankenhaus kurzerhand nach San Francisco verlegt.

„Fenster zum Himmel“

Nicht nur das Eingangsportal ist einen Besuch wert. Du solltest auf jeden Fall einen Abstecher in die neue Kapelle im Erdgeschoss machen. Sie wurde 2012 nach einem Entwurf des Architekten Wilhelm Schulte realisiert. Das Herzstück der Kapelle bilden zwei gemauerte Wandschalen, die wie zwei ineinandergelegte Hände wirken, und Geborgenheit vermitteln.
Ein wortwörtliches „Highlight“ ist der ovale Lichtschacht. Durch das Altarfenster (solche Fenster werden auch „Fenster zum Himmel“ genannt) fällt Sonnenlicht direkt auf den Altar in den ansonsten fensterlosen Raum. Ein eindrücklicher Effekt. Den auffällig blau lackierten Altar schuf der Kölner Künstler Walter Prinz aus Holz.

Wir danken dem Eduardus-Krankenhaus für die Unterstützung.

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